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„Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945”

PAULA LUDWIG: „Gedichte. Gesamtausgabe“ (hg. von Kristian Wachinger und Christiane Peter, Langewiesche-Brandt, 1986)

Kommentierende Lesung: MICHAEL DONHAUSER

Referat: ULRIKE LÄNGLE

Moderation: KLAUS KASTBERGER

Wer kennt heute noch Paula Ludwig (1900 – 1974), die vor dem Zweiten Weltkrieg eine renommierte Lyrikerin und Prosaistin war? Es lohnt sich, ihren vielschichtigen, bildmächtigen Zyklus „Dem dunklen Gott“, 1932, aus der Liebe zu Ivan Goll entstanden, wieder zu lesen, oder ihre zarten Jugendgedichte. Um dann, in der späten, nach den Erfahrungen von Krieg und Emigration entstandenen Lyrik einen ganz anderen Ton zu finden, teils anklagend, teils lakonisch konstatierend und von der Sorge um den Fortbestand der Menschheit und der Natur diktiert. (Ulrike Längle)

PAULA LUDWIG, Schriftstellerin und Malerin, geboren 1900 in Feldkirch, Vorarlberg. 1909-1914 Schulzeit in Linz, nach dem Tod der Mutter beim Vater in Breslau. Erste Gedichte, Mitglied der Breslauer Dichterschule. 1917 Geburt eines Sohnes, lebt von da an in München. Dienstmädchen, Aktmodell und Souffleuse an den Kammerspielen. Bekanntschaft mit Stefan George, Else Lasker-Schüler, Klaus und Erika Mann, Waldemar Bonsels. Malerei und kunstgewerbliche Arbeiten, ab 1923 in Berlin. Ab 1927 Atelier am Kurfürstendamm, Bekanntschaft u.a. mit Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, den Brüdern Eduard und Carl Zuckmayer und Joachim Ringelnatz; leidenschaftliche Liebes- und Arbeitsbeziehung mit Yvan Goll. 1933 verließ sie Deutschland, lebte in Tirol, 1938 über die Schweiz nach Frankreich, 1940 bis 1953 in Brasilien im Exil. Rückkehr nach Vorarlberg, dann zog sie nach Wetzlar. Sie starb 1974 in Darmstadt. Gedichtbände: „Die selige Spur“, 1919; „Der himmlische Spiegel“, 1927; „Dem dunklen Gott. Ein Jahresgedicht der Liebe“, 1932/2015; „Gedichte“, 1937; „Gedichte. Eine Auswahl aus der Zeit von 1920 bis 1958“, 1958. Prosa: „Traumlandschaft“, 1935/1938; „Buch des Lebens“, Autobiografie, 1936; „Träume“. Aufzeichnungen aus den Jahren zwischen 1920-1960, 1962.

ULRIKE LÄNGLE, geboren 1953, lebt in Bregenz. Studium der Germanistik, Romanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck und Poitiers. Leitete von 1984 bis 2018 das Franz-Michael-Felder-Archiv zur Vorarlberger Literatur in Bregenz. Autorin und Herausgeberin literaturwissenschaftlicher und belletristischer Bücher, u.a. über Ernst Weiss und Franz Michael Felder, „Am Marterpfahl der Irokesen“, 1992; „Der Untergang der Romanshorn“, 1994; „Tynner“, 1996; „Vermutungen über die Liebe in einem fremden Haus“, 1998; „Bachs Biss“, 2000; „Seesucht“, 2002.

MICHAEL DONHAUSER, geboren 1956 in Vaduz, studierte Germanistik und Romanistik, lebt in Wien und Vaduz. Lyrik, Prosa und Übersetzungen aus dem Französischen (u.a. Rimbaud, Ponge). Auszeichnungen, u.a.: Ernst-Jandl-Preis 2005, Georg-Trakl-Preis 2009. Publikationen (Auswahl): „Die Gärten“, Paris, 2000; „Die Elster. Nach Claude Monets La pie“, 2002; „Vom Schnee“, 2003; „Vom Sehen“. Prosa, 2004; „Ich habe lange nicht doch nur an dich gedacht“, 2005; „Schönste Lieder“, 2007; „Edgar und die anderen“. Erzählungen, 2008; „Nahe der Neige“, 2009; „Variationen in Prosa“, 2013; „Waldwand“. Eine Paraphrase, 2016; „Schönste Lieder. Einsame Fuge“, 2019.