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Montag, 12. Oktober 2026 - 19:30
Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945

FERDINAND SCHMATZ: das grosse babel,n (Haymon Verlag, 1999)

Lesung mit dem Autor

Referat: THOMAS POISS

Moderation: KLAUS KASTBERGER

Ein Gemeinschaftsprojekt der Alten Schmiede Wien, des StifterHauses Linz und des Literaturhauses Graz

Im Werk von Ferdinand Schmatz nimmt „das grosse ba FERDINAND SCHMATZ, geboren 1953 in Korneuburg/NÖ, bel,n“ einen Scheitelpunkt ein, an dem seine poetische Erforschung dessen, was wir behelfsmäßig „Geist“ nennen, eine neue Stufe erreicht hat. Geist lässt sich instantan erfahren als Zusammenspiel von Körper-Wahrnehmung, Sprachhandlung und Reflexion, und diachron erkennen in der Analyse dieser Momente, wobei die Wirklichkeit des Geistes im ständigen Wechsel der beiden Phasen geschieht. Schmatz' Gedichte lassen sich – vielleicht – als Reaktoren verstehen, in denen wir diese Prozesse am Plasma der Sprache nachvoll ziehend beobachten können. In „das grosse babel,n“ nimmt Schmatz die Bibel in den Fokus seines Dichtens, genauer: eine Auswahl aus Genesis, Psalmen und Apokalypse mit deren Sprachformen des weltschaffenden Erzählens, des appellierenden Gefühlsausdrucks und des Beschwörens von Abwesendem. Schmatz' Einschmelzung des autoritati ven Textkonglomerats und das resultierende „Um-Bedeuten“ mit den von ihm entwickelten Verfahren der Sprachkunst gibt Anlass zu befreiendem Kopf-Zerbrechen. (T. Poiss)

FERDINAND SCHMATZ, geboren 1953 in Korneuburg/NÖ, schreibt Lyrik, Prosa, Essays. Herausgabe der Werke von Reinhard Priessnitz. 2012–2020 Professor und Vorstand des Instituts für Sprachkunst in Wien. Zahlreiche Publikationen u. a.: „der (ge)dichte lauf“, 1981; „Die Reise. In 80 Gedichten um die Welt“, mit Franz Josef Czernin, 1987; „Sinn & Sinne“, 1993; „Sprache – Macht – Gewalt“, 1993; „Portierisch“, 2001; „Tokyo, Echo oder wir bauen den Schacht zu Babel, wei ter“, 2004; „Durchleuchtung“, 2007; „quellen“, 2010; „das ge hörte feuer“ 2016; „auf SÄTZE!“, 2016; „STRAND DER VERSE LAUF“; 2022. „Schielen ist Erkenntnis“, 2026. THOMAS POISS, geboren 1959, ist Gräzist und Literaturwis senschaftler, forscht und lehrt am Institut für Klassische Phi lologie der Humboldt-Universität Berlin. Er befasst sich als Literaturkritiker mit zeitgenössischer Poesie. KLAUS KASTBERGER, geboren 1963 in Gmunden, seit 2015 Professor für Neuere Deutsche Literatur am Franz-Nabl-In stitut der Universität Graz. Von 2015 bis 2026 Juror für den Ingeborg-Bachmann-Preis.