Unsere Gegenwart ist geprägt von multiplen Krisen, die Unsicherheit, Ängste, Spannungen, Spaltungen und Gewalt auslösen und verstärken: politische, religiöse und ethnische Konflikte, die sich in militärischen Auseinandersetzungen, Flucht und Vertreibung sowie der (Neu-)Etablierung autoritärer politischer Systeme und der Zurückdrängung sicher geglaubter demokratisch-freiheitlicher Standards äußern. Vor diesem aktuellen Hintergrund bietet es sich an, eine Rückschau und Nachlese bei Literat:innen der Vergangenheit zu halten, wie jene mit ähnlichen und zum Teil unvergleichbar größeren Herausforderungen umgegangen sind und ihre persönliche Auseinandersetzung mit den Krisen ihres unmittelbaren Umfeldes in literarische Form gebracht haben.
Die Podiumsdiskussion bildet den Abschluss der im Wintersemester 2025/26 an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz durchgeführten Ringvorlesung „Literatur in unruhigen Zeiten".
CHRISTIAN ANGERER studierte Germanistik und Geschichte an der Universität Salzburg und promovierte über Robert Walser. Er unterrichtet Literaturwissenschaft und Geschichte an der Pädagogischen Hochschule OÖ. Er ist Leiter des „oead“-Programms „ERINNERN:AT“ – Programm des Bildungsministeriums zum Lehren und Lernen über Nationalsozialismus und Holocaust – in Oberösterreich.
BORIS BLAHAK, Lehramtsstudium Deutsch, Geschichte und Musik; Dissertation über Franz Kafkas Literatursprache; Dozent an mehreren europäischen Universitäten und Hochschulen, u. a. an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz.
THOMAS SCHLAGER-WEIDINGER ist Hochschulprofessor an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz mit den Forschungs- und Publikationsschwerpunkten Gedenkpädagogik und interreligiöser Dialog. Als Mitglied des PEN Austria ist er zudem nicht nur als Schriftsteller tätig, sondern beschäftigt sich zunehmend mit Lyrik im literaturwissenschaftlichen Kontext.