MANÈS SPERBER, geboren 1905 in Zabłotów, Galizien, Österreich-Ungarn; verstorben am 5. Februar 1984 in Paris. Aufgewachsen in der Tradition des Chassidismus, 1916 flüchtete die Familie vor den Kriegswirren nach Wien, wo Sperber Schüler und Mitarbeiter von Alfred Adler wurde. 1927 zog er auf dessen Anregung nach Berlin. Tätig als Sozialpädagoge und psychologischer Experte für die Berliner Zentrale für Wohlfahrtspflege. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verhaftet; ein Monat „Schutzhaft“ und Aufforderung, das Deutsche Reich umgehend zu verlassen. Über Wien nach Jugoslawien, schlussendlich nach Paris. 1942 floh er in die Schweiz, nach Kriegsende 1945 kehrte er nach Paris zurück. Verlagslektor im Verlag „Calmann-Lévy“. Kulturphilosoph und Schriftsteller, kulturpolitische Aktivitäten, u. a. französischer Kulturbeauftragter im Nachkriegs-Deutschland. Vielfache Auszeichnungen, u. a. Ehrendoktorat der Sorbonne Paris 1973, Literaturpreis der Stadt Wien 1974, Georg-Büchner-Preis 1975, Franz-Nabl-Preis 1977, Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur 1977, Buber-Rosenzweig-Medaille 1979, Ehrenring der Stadt Wien 1983.
Zum Buch: „Der verbrannte Dornbusch“, 1949, ist der erste Teil der Romantrilogie „Wie eine Träne im Ozean". Es folgten „Tiefer als der Abgrund“, 1950, und „Die verlorene Bucht“, 1955. In seinem ungeheuer spannenden, handlungs- und figurenreichen Roman beschreibt Manès Sperber die politische Landschaft Europas in den Jahren zwischen 1930 und 1945. Im Mittelpunkt steht das geistige Abenteuer des revolutionären Menschen, eines Typs, der aus dem 20. Jahrhundert nicht mehr wegzudenken ist. (Verlagstext)
KARL-MARKUS GAUß, geboren 1954, lebt in Salzburg; Schriftsteller, Literaturkritiker und Kolumnist, bis 2022 Herausgeber der Zeitschrift „Literatur und Kritik“.
MIRJANA STANČIĆ, geboren 1953 in Zagreb, Literaturwissenschaftlerin, Kritikerin und Autorin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur neueren deutschsprachigen Literatur, u. a. „Manès Sperber. Leben und Werk“, 2023; Herausgeberin von „Manès Sperber. Kultur ist Mittel, kein Zweck“, 2010.
REGINA PINTAR leitete von 1993 bis 2024 das Oberösterreichische Literaturhaus und war Mitbegründerin der Reihe „Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945“.
KURT NEUMANN war von 1977 bis 2018 Leiter des Literarischen Quartiers in der Alten Schmiede und Mitbegründer der Grundbücher-Reihe, die er nach wie vor in Wien betreut.
KLAUS KASTBERGER, geboren 1963 in Gmunden, seit 2015 Professor für Neuere Deutsche Literatur am Franz-Nabl-Institut der Universität Graz.